Ein unauffälliges MRT schließt strukturelle Schäden aus – erklärt aber nicht immer den Schmerz. Was die neuromuskuläre Ansteuerung damit zu tun hat.
Die Schulter tut weh, seit Monaten. Das MRT ist gemacht, der Befund liegt vor – und er ist unauffällig. Und trotzdem: Der Schmerz ist da.
Ein MRT zeigt Struktur. Was es nicht zeigt, ist Funktion: ob ein Muskel im richtigen Moment anspannt, ob das Schulterblatt bei der Bewegung mitläuft, ob die Ansteuerung stimmt. Genau dort liegt bei anhaltenden Schulterbeschwerden häufig das Problem.
Ein unauffälliges MRT ist keine Aussage darüber, ob die Schulter gut funktioniert. Es ist eine Aussage darüber, dass nichts kaputt ist.
Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk des Körpers – und deshalb strukturell wenig gesichert. Seine Stabilität entsteht fast vollständig muskulär. Diese Muskeln müssen im richtigen Moment und in der richtigen Reihenfolge arbeiten. Wird ein Muskel durch Schmerz, Schonung oder eine zurückliegende Verletzung schlechter angesteuert, verschiebt sich dieses Timing.
Dein Körper löst das Problem sofort: Andere Muskeln übernehmen, meist die großen, oberflächlichen von Nacken und Schulter. Die Rechnung kommt später. Der Schmerz sitzt dann dort, wo kompensiert wird – nicht dort, wo die eigentliche Störung liegt. Das ist einer der Gründe, warum eine Behandlung der schmerzenden Stelle oft nur kurz hilft.
Wenn ein Muskel wieder ansteuerbar ist, heißt das noch nicht, dass er belastbar ist. Die Ansteuerung lässt sich in der Behandlung verbessern; die Belastbarkeit entsteht durch Training. Deshalb bekommst du bei mir in aller Regel Übungen mit – wenige, dafür gezielte.
Wenn du das Gefühl hast, dass bei dir bisher die falsche Frage gestellt wurde, lass es uns gemeinsam anschauen.
Frederik Giesker
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