Im Mittelpunkt steht nicht nur der Muskel oder das Gelenk, sondern die Art und Weise, wie dein Gehirn Informationen verarbeitet und daraus Bewegung entstehen lässt.
Die Angewandte Neurologie – auch funktionelle Neurologie genannt – beschäftigt sich mit der Frage, wie gut dein Nervensystem Reize steuert. Solche Reize sind etwa die Bewegung eines Gelenks, die Muskelspannung oder Narbengewebe, aber auch Nahrungsmittel und psychosoziale Belastung.
Rezeptoren in Muskeln, Faszien, Gelenken, Haut, Augen und dem Gleichgewichtssystem senden ständig Informationen an das Gehirn. Dort werden sie bewertet. Nimmt das System Sicherheit wahr, entsteht koordinierte Bewegung. Registriert dein Gehirn dagegen Gefahr – etwa nach Verletzungen, bei anhaltendem Schmerz oder chronischem Stress –, entstehen Schutzmuster.
Statt einzelne Symptome isoliert zu behandeln, wird die zugrunde liegende Steuerung optimiert. Dadurch können sich Schutzmuster lösen, Bewegungen freier werden und Belastungen wieder besser toleriert werden.
Das Ziel: die Qualität deiner Bewegung so zu verbessern, dass dein Körper stabil, belastbar und anpassungsfähig reagiert – im Alltag, im Beruf und im Sport.
Besonders aufschlussreich ist dieser Blick, wenn die klassische Diagnostik unauffällig bleibt: bei Schwindel ohne erkennbare Ursache, bei Schulterschmerz trotz unauffälligem MRT, bei anhaltenden Nackenbeschwerden nach einem Schleudertrauma oder wenn Kraft und Stabilität trotz regelmäßigem Training nicht zunehmen.
Wenn du das Gefühl hast, dass bisher niemand die richtige Frage gestellt hat, ist das ein guter Grund für einen Termin.
Frederik Giesker
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