HNO unauffällig, Neurologie unauffällig – und der Schwindel bleibt. Warum das Gleichgewicht aus mehreren Systemen entsteht und wo eine funktionelle Untersuchung ansetzt.
Schwindel verunsichert schnell – und zieht oft eine lange Reihe von Untersuchungen nach sich. Wenn am Ende alles unauffällig ist, bleibt eine unbefriedigende Situation. Der Befund sagt, dass nichts kaputt ist. Er sagt nicht, warum dir schwindelig ist.
Eine unauffällige Diagnostik ist zunächst eine gute Nachricht: Ernsthafte Ursachen sind ausgeschlossen. Bildgebung und Standarddiagnostik prüfen vor allem Strukturen. Sie prüfen dagegen nur begrenzt, wie gut die beteiligten Systeme zusammenarbeiten.
Solange sich diese drei Quellen einig sind, entsteht ein stabiles Bild. Widersprechen sie sich, entsteht genau das Gefühl, das als Schwindel, Benommenheit oder Unsicherheit beschrieben wird.
Schwindel ist selten der Defekt eines Systems. Häufiger ist er der Widerspruch zwischen mehreren Systemen, die einzeln in Ordnung sind.
Die kleinen Muskeln zwischen Kopf und erstem Halswirbel enthalten außergewöhnlich viele Rezeptoren. Wenn diese Region über längere Zeit verspannt oder nach einem Schleudertrauma verändert angesteuert wird, verschlechtert sich die Qualität dieser Rückmeldung. Typisch ist dann Schwindel, der sich bei Kopfbewegungen verändert.
Nicht jeder Schwindel ist funktionell. Plötzlich einsetzender starker Schwindel, Schwindel mit Sehstörungen, Sprach- oder Gefühlsstörungen, mit Hörverlust oder nach einem Sturz auf den Kopf gehört sofort ärztlich abgeklärt.
Wenn du das Gefühl hast, dass bei dir bisher die falsche Frage gestellt wurde, lass es uns gemeinsam anschauen.
Frederik Giesker
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